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Thema: 2715 Meilen von Chicago nach New York, zw. Tornadowarnungen und Sonnenbrandgefahr

  1. #1
    Fotografin+Arch-Liebhaber Avatar von Vorfreude
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    2715 Meilen von Chicago nach New York, zw. Tornadowarnungen und Sonnenbrandgefahr

    2715 Meilen zwischen Chicago und New York, zwischen Tornadowarnungen und Sonnenbrandgefahr



    Prolog



    Eigentlich sollte ja der große Urlaub erst noch kommen. Geplant sind für den Sommer 2011 6 Wochen im Südwesten der USA mit Wohnmobil und der ganzen Familie. Wie ich aber im Herbst 2010 im Internet bei CANUSA über eine Ausschreibung für eine Wohnmobilüberführung ab Chicago gelesen habe, kitzelte es wieder im Bauch. Für den Bruchteil der normalen Miete konnte man ein nigelnagelneues Gefährt in Chicago abholen und es drei Wochen später an einer –zu diesem Zeitpunkt noch frei wählbaren- Vermietestation in den USA abgeben. Welcher Weg dazwischen lag, blieb einem selbst überlassen. Das Angebot kam von Roadbear und galt für Februar / März 2011. Ein klein wenig überlegte ich hin und her und verwarf dann schließlich den Gedanken. Schließlich war es ja schon etwas dekadent in einem Jahr insgesamt 9 Wochen mit Urlaub zu verbringen. Und die Kinder mussten ja auch in die Schule.

    Allerdings blieb es dann doch nicht bei dieser Entscheidung. Denn etwa einen Monat später entdeckte ich ein ähnliches Angebot –diesmal von Moturis Campingworld, den Vermieter, mit dem wir im Sommer unterwegs sein würden. Außer der Wahl zwischen dem Zeitraum (Februar / März oder Mai / Juni) konnte man noch die Länge wählen (1, 2, 3 oder sogar 4 Wochen) und natürlich die Abgabestation. Dem zweiten Angebot konnte ich nun doch nicht mehr widerstehen. Und mein Mann unterstützte mich bei dem Gedanken, alleine mit Marwin zu diesem „Abenteuer“ aufzubrechen, denn er versicherte mir, auf die beiden Älteren aufzupassen.

    Somit musste ich nun nur noch die Randbedingungen festlegen. Der Zeitraum war schnell gefunden, da ich Februar/März für zu kalt definierte, auch die Länge mit drei Wochen war schnell entschieden. Etwas schwieriger tat ich mich mit der Abgabestation. Zuerst wollte ich unsere Freunde in Texas besuchen, stellt aber fest, dass es von Chicago nach Dallas keine für mich auf den ersten Blick interessante Nationalparks gab. Und auch die vorgegebenen 2500 Inklusivmeilen . So blieben die Stationen im Nordosten in der engeren Wahl. Und nach Studium des Reiseführers „Kanada Osten – USA Nordosten“ legte ich mich schließlich auf New York als Abgabeort fest. Somit war die Wohnwagenüberführung gebucht.

    Die erste Planung führte mich dann auch durch Kanada bis Tadoussac. Als ich dann jedoch von den Lobster Shacks in Maine las, wurde die Tour kurzerhand wieder umgeworfen, das Whale Watching nach Cape Cod verlegt und die Tour stand fest:



    Zuerst wollte ich ohne Navigationsgerät nur nach Papierkarten fahren, da wir 2009 in USA so gute Erfahrungen gemacht hatten. Die Ballungsräume in der Tour und mein 4jähriger Copilot, der wahrscheinlich keinen guten Kartenleser abgab, veranlassten mich aber doch dazu, mein GPS-Gerät (Oregon 450) mit einer Straßenkarte von USA zu versehen. Bereits zu Hause am PC konnte ich die gesamte Tour eingeben, Fahrzeiten berechnen lassen und noch zusätzliche „POIs“ für alle Fälle eingeben.

    Zu den weiteren Vorbereitungen gehörte auch das Buchen einer Telefonie-Flatrate nach USA. Damit könnten mich meine drei Männer dann immer auf dem in USA noch zu kaufenden Handy erreichen, ohne dass wir Konkurs anmelden müssen. Wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, funktioniert das Prima!

    Eine letzte große Herausforderung vor der Reise stellten die neuen Gepäck*bestimmungen dar. Somit lag ich mit der ersten Version der gepackten Koffer auch um einige Kilos über dem erlaubten Gewicht und ich wollte doch auch noch etwas in USA einkaufen… Also: Klamotten raus, schwere Dinge doch noch ins Handgepäck, solange, bis es vom Gewicht OK war.
    Best regards,
    Stefanie

    Das Colorado-Plateau mit "Recreation Vehicle" und 3 Kindern (2009)
    2715 Meilen von Chicago nach New York (2011)
    Formen und Farben des Südwesten (2011 - In 6 Wochen von Las Vegas über Yellowstone NP nach Denver)
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  2. #2
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    Dienstag, 17 Mai 2011


    Der Wecker klingelte zur normalen Zeit. Von Justin verabschiedete ich mich, als er sich auf den Weg zur Schule machte (Kevin war schon einen Tag vorher zu einer Klassenfahrt gestartet.) und dann hieß es auch schon für uns: ins Auto steigen! Die A5 zum Frankfurter Flughafen war ziemlich leer für diese Uhrzeit und so waren wir schon nach 45 Minuten am Flughafen. Unterwegs empfing ich noch eine Email von Lufthansa, dass das Gate „leider“ für den Flug auf Bereich C gewechselt hätte. So ließ uns Holger direkt bei Abflugbereich C aussteigen (da er bereits am gleichen Tag mit den Arbeiten am Garten anfangen wollte, machte er sich sofort wieder auf den Rückweg).

    Allerdings hatte ich vergessen, dass es im Bereich C ja gar keine Lufthansa Check-In-Schalter gab (Ich hatte mich für einen Lufthansa Flug entschieden, da Lufthansa im Gegensatz zu Delta Inseat-Entertainement anboten und ich im Gegensatz zu BA nicht in London umsteigen musste – Beides beim Reisen mit Kindern von Vorteil). Macht nichts: Ab zurück zu B! Dann ging aber auch alles ganz schnell: Check-In am Automaten, Koffer am Bagage Drop-off abgeben und innerhalb von 20 Minuten waren wir fertig.

    Kleine Anekdote am Rande: An den Check-In-Automaten sammelte ich insgesamt 4 Bordkarten, die andere Fluggäste vor mir in den Automaten liegen gelassen hatten. Diese drückte ich dem Bodenpersonal am Bagage Drop-off in die Hand, der sie zu dem sich bereits bei ihm befindenden Stapel Bordkarten dazu legte. Also: Immer schön die Bordkarten mitnehmen…..

    Nun wollte ich einen leckeren Starbucks-Kaffee. Doch dort angekommen, musste ich feststellen, dass dieser Bereich gerade wegen Umbau geschlossen war. Allerdings hatte ich im Bereich C einen –vermeintlich- weiteren Starbucks gesehen und mich schon gewundert, warum es innerhalb des Terminal 1 inzwischen 2 Starbucks gab. Nun wusste ich es! Da wir ja eh wieder zurück zum Bereich C mussten, war auch das überhaupt kein Problem. Für Marwin gab es einen Kakao. Doch leider war mein Wunsch hier, den Kakao mit kalter Milch zu machen auch hier mal wieder auf taube Ohren gestoßen (das war ich ja bereits von Starbucks gewöhnt), und so musste Marwin halt wieder einmal warten, bis der Kakao eine für ihn akzeptable Temperatur erreichte. Wir nutzen die Zeit für ein paar „Abschiedsfotos“ oder auch „Urlaubsstartfotos“.





    Zollkontrolle und Security verlief ebenfalls sehr schnell und ohne Probleme. Am Gate wollte mich dann die Stewardess dazu überreden, mein Bordcase aufzugeben, weil zu wenig Platz in der Maschine sei. Nachdem ich ihr aber „vorweinte“, dass ich ja mein Kontaktlinsenmittel dort drin hätte, und meine Kameraausrüstung im Rucksack und ja sowieso alleine mit meinem Kind reiste, gab sie es schnell auf und lies mich gewähren.
    Pünktlich um 10:40 ging es los!

    Mit dem Flug und dem Service an Board bin ich sehr zufrieden. Wir hatten eine Boing747, und ich hatte auf der rechten Seite des Fliegers reserviert, so dass ich dieses Mal auch Grönland bewundern konnte.






    Marwin spielte natürlich die meiste Zeit auf seinem Nintendo, schaute einen Film und versuchte auch etwas zu schlafen, was allerdings nur ein kurzes Ruhen war. Alles war einfach zu aufregend! Ich hatte eine nette Sitznachbarin, mit der ich mich gut unterhielt. Über Kanada konnte ich dann diese unglaubliche Weite des Landes sehen. Wälder, Seen, Flüsse – sonst nix!





    Über Lake Michigan hatten wir dann noch einige Turbulenzen und das Flugzeug sank einige Male ganz schön ab. Marwin gluckste neben mir vor Freude und meinte: „Wie in einer Achterbahn“! Er fand‘s Klasse im Gegansatz zu manch anderem Passagier!


    Fortsetzung folgt....
    Best regards,
    Stefanie

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  3. #3
    Kanadier Avatar von Kali
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    Hallo Steffi,
    sind ja noch genug freie Plätze da, such ich mir mal den besten aus.
    Gruß Kali

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  4. #4

  5. #5
    Cheeseburger in Paradise Avatar von Chris
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    Kennen wir diesen nicht schon? War der unter den untergegangenen ...? Ich komme trotzdem nochmal mit und frische meine Erkenntnise noch mal auf ...

  6. #6
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    Hallo, Ihr drei,

    sehr schön, dass Ihr noch einmal dabei seid.
    Ja, diese Bericht gab es schon mal. Aber hier fehlt er. Deshalb noch mal von vorne
    Geändert von Vorfreude (12.02.14 um 21:47 Uhr)
    Best regards,
    Stefanie

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  7. #7
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    Fortsetzung


    Überpünktlich landeten wir bei strahlendem Sonnenschein in Chicago. Wir ließen erst einmal alle anderen aussteigen – am Gepäckband würden wir sie spätestens wieder einholen. Was nützte das Gedrängel....

    Da Kevin unbedingt von der Klassenfahrt aus anrufen wollte (die Stunde Handyerlaubnis deckte sich gerade so mit meiner Ankunftszeit in Chicago), schaltete ich noch im Flieger mein Handy an. Und tatsächlich klingelte es keine Minute später. Ich versicherte Kevin, dass wir gut angekommen sind. Ist wohl auch alles für die Großen etwas aufregend.

    Einreise war auch schnell erledigt und als ich erst einmal durchschaut hatte, dass es zwei Gepäckbänder für den Flug gab, waren auch die beiden Koffer schnell gefunden. Der Shuttlebus zum Hotel stand bereits vor dem Terminal und bereits gegen 13:30Uhr waren wir im Hotel Comfort Suites O’Hara Airport. Dieses Hotel war in dem Paket der Wohnwagenüberführung bereits inkludiert und auch von CANUSA vorgebucht. Ich hatte aus Deutschland unsere frühe Ankunft angekündigt und somit war unsere „Suite“ bereits fertig. Nichts besonderes, aber sauber, viel Platz und der normale Standard der USA.

    Ausgetrocknet von der trockenen Luft im Flieger ging es erst einmal an den Getränkeautomat und mit Kreditkarte für $2,50 zwei Getränkedosen gezogen.

    Auch schon im Voraus aus Deutschland geklärt hatte ich, dass wir bereits ab 2pm die Formalitäten erledigen konnten. Anders als bei „normalen Wohnwagenanmietungen“ wurde dies direkt im Hotel erledigt, da die neuen Fahrzeuge ja nicht in einer Moturis-Niederlassung abgeholt wurden. Stutzig machten mich allerdings etwas die aushängenden Wegweiser für uns, auf denen die Wohnwagenüberführung als „Test Drive“ ausgeschrieben war. Da gefiel mir die deutsche Bezeichnung doch besser.

    Wir fanden den Mitarbeiter in einem Hinterzimmer des Hotels. Schnell stellte sich heraus, dass es sich hierbei um einen Schweitzer handelte, so dass ich für die Formalitäten doch lieber wieder ins Deutsche wechselte. Der Papierkram war von der Quantität auch nicht weniger als bei einer „normalen Überführung“.

    Ich hatte vor, am Ende der Fahrt ein Paket mit „RV-Staff“ direkt von New York nach Las Vegas zu schicken, da das billiger war, als den gesamten Krempel mit dem Flugzeug nach Deutschland und dann im Juli wieder nach Las Vegas zu fliegen. Darauf sprach ich den Herrn an. Dabei stellte sich heraus, dass er sogar aus Las Vegas war. Er schaute sich kurz meine Daten an, tippte etwas in seinen Laptop und meinte dann, dass dies in Ordnung ginge. Super! Auch erledigt! Und es war noch keine 3 Uhr.

    Somit konnten wir uns noch einen schönen Nachmittag in Chicago machen. Alle halbe Stunde fuhr ein kostenloser Shuttle vom Hotel zur nächstgelegenen Station der Blue Line der CTA Trains. Marwin schlief nun natürlich in dem sanft hin und her wackelden Zug ein. Immerhin war es bei uns zu Hause bereits 10/11 Uhr nachts. Und 30 Minuten später an der Station Jackson hatte ich meine Last, ihn wach zu bekommen. Geholfen hat mir dabei dann aber der ziemlich kalte Wind, der durch die Straßen zog. Langsam machten wir uns auf den Weg zu Willis Tower.

    Im Willis Tower hatten wir keine Wartezeit. Wir liefen die Warteschleifen ab, wurden für das obligatorische Bild aufgenommen und konnten mit dem ersten Lift nach oben fahren. Der Ausblick ist schon gigantisch, allerdings war ich enttäuscht, dass man hinter einer Glasfassade stand.





    Marwin war seine Müdigkeit inzwischen schon ganz schön anzusehen. Und so machten wir uns dann auch bald wieder auf den Weg nach unten. Da es aber noch zu früh für eine Rückkehr ins Hotel war, ich wollte ja nun nicht schon wieder um 3 Uhr nachts von einem hellwachen Kind geweckt werden , schlugen wir uns noch bis zur Buckingham Fountain durch.











    Gerne hätte ich hier ein Hot Dog gegessen, doch alles war zu. Absolut keine Touristensaison wie es aussah.



    Mit vielen Worten schaffte ich meinen Sohn noch zurück zur Trainstation (unterwegs gab es den 1. Hamburger bei DQ). Und kaum in der Bahn, war mein tapferer kleiner Mann auch schon tief und fest eingeschlafen.

    Zurück an der Cumberland Station rief ich kurz beim Hotel an und 10 Minuten später holte uns das Shuttle dort ab. Ich brachte meinen Sohn ins Bett, meldete mich per Mail und Forum kurz zu Hause und „genoß“ noch kurz das amerikanische Fernsehen. Der erste Urlaubstag ging zu Ende.
    Best regards,
    Stefanie

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  8. #8
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    So, nun kann ich wieder Reiseberichte lesen. Steffi, ich bin dabei.

  9. #9
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    AW: 2715 Meilen von Chicago nach New York, zw. Tornadowarnungen und Sonnenbrandgefahr

    Das freut mich, Renate! Willkommen an Bord!

    Gesendet von meinem GT-N8020 mit Tapatalk 2
    Best regards,
    Stefanie

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  10. #10
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    Mittwoch, 18. Mai 2011


    Erwartungsgemäß waren wir um 4:00am wach. Da es erst ab 6:30am Frühstück gab, verbrachten wir noch etwas Zeit mit Kuscheln, Kaffee trinken und ….natürlich… fernsehen.

    Im Frühstücksraum wurde ich dann erst noch einmal zurück in die deutsche Mentalität geholt. Msich einfach zu einer Gruppe dazu setzte. Hier waren kaum Gespräche möglich.
    Bisschen geoutet habe ich mich dann aber auch noch: Marwin wollte eine Waffel essen. Also gab ich Teig in den Waffelautomat, klappte zu und … das Teil fing an zu piepsen. Ich brauchte dann auch wirklich Support, um zu verstehen, dass man das Waffeleisen rumdrehen musste, damites losbäckt.

    Nach dem Frühstück sammelten sich alle am Front Desk. Wir warteten auf den Bus, der uns zu Horizon Transport in Wakarusa bringen sollte. Als er da war, lief jeder mit seinen Koffer zum Bus, stellte sie rein und setzte sich sofort in den Bus. Das hatte zur Folge, dass eine komplette Familie mit ihrem ganzen Gepäck vor dem Bus stand, weil es nicht mehr in das Gepäckfach passte. Natürlich stieg keiner der anderen Passagiere wieder aus, um zu helfen (typisch). Nur ein Niederländer und ich versuchten, was wir konnten. Ich nahm mein Bordcase aus dem Kofferraum, denn es gab auch Gepäckfächer über den Sitzen, wo dieser reinpasste. Dann schauten wir, was noch umzuräumen ging. Irgendwie schafften wir es dann alles noch unterzubringen, wobei Kinderwagen und MaxiCosi noch mit in den Fahrgastraum musste, und die Familie im Bus verteilt saß. (Der Busfahrer kümmerte sic im übrigen auch nicht darum ) Die junge Mutter nahm alles recht gelassen, nur die Tante, die wohl zum ersten Mal auf Reisen war, wurde nervös.

    Abfahrt!...

    ......Denkste!!!
    Beim checken der Passagiere, merkte unser „Schweizer“ Moturis-Mitarbeiter, dass zwei junge Niederländer die Formalitäten am Tag zuvor nicht erledigt hatten. Somit mussten wir auch noch auf diese warten. Endlich um 8:15am setzte sich der Bus in Bewegung.

    Während der Fahrt bekamen wir das „Einweisungsvideo“ zweimal in Englisch und Deutsch vorgespielt und nach knapp drei Stunden waren wir bei Horizon Transport. Durch den Bus ging ein „Oh“ und „Ah“. Was hier an neuen Fahrzeugen alles rumstand: Neben unterschiedlichsten Arten von Wohnmobilen standen auch neu Transporter z. Bsp. für FedEx, Schulbussen, LKWs und PKWs auf den verschiedenen Plätzen.

    Es dauerte noch einmal 5 Minuten bis wir in einen Hof mit unzähligen Moturis-Fahrzeugen einbogen.



    Wir bekamen eine sehr nette Ansprache eines weiteren Moturis-Mitarbeiters, der uns unter anderem die Spezialitäten einer Überführungsfahrt erklärte. Und, was wir machen sollten, wenn vor uns z.Bsp. ein Baum auf die Straße sprang. Dann durften wir endlich zu unseren Autos.

    Da alle eine Nummer vorne hatten, fanden wir unser Auto gleich.

    Und ich war begeistert.



    Wirklich alles neu! Selbst die einzelnen Teile des „convenience kit“ waren noch in Ihren Verpackungen und mussten erste einmal ausgepackt werden. Super!





    Im Unterschied zur normalen Anmietung, konnten wir hier keinen Kindersitz, Campingstühle, Toaster und dergleichen mieten. Moturis hatte aber auf dem Hof einen kleinen Laden eingerichtet. Hier kauften wir uns jeder einen Campingstuhl und noch einiges an Campingbedarf. Wir packten die Sachen aus, verstauten sie in den Schränken, Abfall wurde in einer Tonne gesammelt und nach einer weiteren kurzen Einführung am Fahrzeuge konnten wir dann endlich gegen halb zwei vom Hof rollen!


    Den nächsten Walmart hatte ich zu Hause bereits in mein GPS eingegeben und auch den Gitarrenladen, denn ich wollte mir ja eine Westerngitarre kaufen (war letztendlich billiger, als mein von zu Hause zwei Mal nach USA mitzunehmen und wieder zurück – und sicherer). Natürlich zog sich der Ganze Einkauf schön in die Länge und war auch sehr ermüdend. Die Zeitumstellung machte sich bemerkbar und ich musste ja auch noch zum Campingplatz fahren.
    Gegen 5pm brach ich die Suche nach einem Cellphone ab, und machte mich wieder auf Richtung Lake Michigan, wo ich für die nächsten beiden Tage eine Site auf dem Campground im Indiana Dunes State Park reserviert hatte. Gegen 7pm war ich dann auch endlich dort. Sehr müde, froh am ersten Campground zu sein, schaffte ich meinen Sohn, der unterwegs eingeschlafen war und selbst mit dem Zauberwort „Abendessen“ nicht mehr wach zu bekommen war, ins Bett.

    Ich packte die Koffer aus, aß eine Kleinigkeit zu Abend und war dann auch sehr schnell im Bett verschwunden.

    Gefahrene Meilen: 121mi (selbsgefahren)
    Zeit unterwegs: ca. 11 h
    Toll: $2,50
    Campground: Indiana Dunes State Park
    Best regards,
    Stefanie

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  11. #11
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    Donnerstag, 19. Mai 2010


    Um 5:00 Uhr waren wir wach. Da war natürlich auch erst einmal Kuscheln angesagt. Es regnete und daher keine Eile von Nöten. Eigentlich hatte ich geplant, heute noch einmal nach Chicago reinzufahren. Marwin war aber von Anreise, Abholung RV und die ganze Zeitumstellung ziemlich fertig und auch gar nicht so begeistert von der großen Stadt. Somit beschloss ich, diesen Tag ganz ruhig anzugehen und lieber etwas die Natur des State Parks zu genießen.

    Frühstück musste heute im RV eingenommen werden. Doch so einfach war das nicht. Zwar hatten wir eine Kaffemaschine mit einem 30cm langen Kabel. Es gab aber Steckdosen nur unten seitlich der Treppe und unter dem Waschtisch . Ich hatte also die Wahl, entweder den Kaffee auf der Toilette oder auf dem Boden zu kochen . Nun ja –wie man sich denken kann- fiel die Wahl auf den Boden. Und Marwin wurde mehrmals ermahnt: Achtung Kaffeemaschine!

    Nun ja, da wir einiges am Vortag nicht gekauft hatten, weil ich einfach keine Lust mehr hatte, in dem riesigen Laden herum zu suchen, und deshalb heute nochmal einkaufen gehen mussten, kam ein Verlängerungskabel einfach mit auf die Liste. Und da Marwin keine 3 Wochen ungetoastetes Brot essen wollte, kam auch noch ein Toaster auf die Liste.

    Nun ging es endlich an das Öffnen der Verpackungen. Aber bis ich dann endlich meinen Bagel geschmiert hatte, war Marwin schon wieder fertig mit seinem Frühstück.

    Mein GPS verriet mir, wo der nächste Walmart war: Michigan City. Dort fanden wir auch einen AT&T-Laden, der allerdings erst um 10am aufmachte. Also doch erst zu Walmart.
    Das Einkaufen verlief mit wachem Kopf um einiges leichter, als am Vortag. Und Toaster, Steckerleiste und Kindersitz fanden schnell in den Einkaufwagen. Auch hatte ich noch Muße, die etwas spärliche Kochlöffelausrüstung (der convinience kit brachte genau eine Schöpfkelle und einen Pfannenwender mit) zu vervollständigen. Lohnte sich ja, wir würden ja im Sommer noch mal herkommen!

    Zurück bei AT&T konnte man mir dann auch gleich helfen. Ich wollte nämlich eine SIM-Karte, mit der ich auch Datendienste nutzen konnte. Die nette Verkäuferin empfahl mir den GoPhone Tarif, mit dem ich für 2$/day erreichbar war, Flatrate für SMS und lokale Gespräche hatte und richtete mir auch gleich die Karte ein. Einen Datentarif buchten wir auch gleich dazu. Super, alles was ich wollte!
    Der Himmel klarte auf, die Sonne kam raus. Jetzt ging der richtige Urlaub los!

    Der nächste Weg führte zum Visitor Center des Indiana Dunes National Lakeshore. Hier besorgte ich schon einmal den Annual Pass. So richtig brauchen würde ich ihn ja eigentlich erst im Acadia NP, aber falls wir unterwegs doch noch einen Abstecher zu einer National Area machen würden, musste ich dieses ja nicht extra bezahlen. Auf Nachfrage empfahl mir der Ranger den kurzen Trail am Mount Baldy, der höchsten Sanddüne. Erst Recht Kindern würde dies viel Spaß machen.

    Und tatsächlich: Marwin hatte tierisch viel Spaß diese 126 feet hohe Düne immer wieder runter zu laufen … fallen … rollen…..







    Wir hatten sehr starken Wind. Und der herum wehende Sand verlieh der ganzen Gegend etwas Mystisches.





    So machte auch mir das Fotografieren hier viel Spaß.




    Etwa eineinhalb Stunden später begaben wir uns zurück zum State Park, indem es auch einige Wanderwege durch eine Moorlandschaft gibt. Wir begaben uns in eine richtige Naturidylle, konnten viele Vögel und kleinere Tiere sehen und genossen die Ruhe.











    Das Abendessen konnten wir tatsächlich draußen genießen, wenn es doch recht kühl war.



    Und auch das erste stilgerechte Grillen von Marshmallows über dem Lagerfeuer konnten wir genießen.

    Gefahrene Meilen: 51mi
    Zeit unterwegs: ca. 10 h
    Toll: keine
    Campground: Indiana Dunes State Park
    Besonderheiten: 30cm Kabel an einer Kaffeemaschine sind einfach zu kurz!
    Best regards,
    Stefanie

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    Freitag, 20. Mai 2010


    Wieder um 5:30am wach. Diesmal konnte ich den Kaffee auf der Anrichte kochen, somit musste ich nicht dauernd meinen Sohn ermahnen. Bei der Inbetriebnahme des Toasters ging dann natürlich gleich mal der Rauchmelder an . Vermeidbar war das nur, wenn man den Toaster auf den Herd stellte und die Dunstabzugshaube einschaltete, was ziemlich Lärm machte. Somit wurde kurzerhand die Batterie aus dem Rauchmelder genommen….

    Bis alles wieder verstaut, der Abwasch erledigt und die elektronischen „Spielsachen“ alle an ihrem Platz waren, war es kurz vor 9:00. Und dann kam, was zu einem täglichen Ritual werden sollte: Dumpen, Fresh water nachfüllen, Müll wegbringen und tanken. (Nicht immer notwendigerweise in dieser Reihenfolge)
    Beim Tanken bekam ich aber erst einmal einen gehörigen Schrecken: Rund $4 für die Gallone. 2009 waren es noch $3. 30% Preissteigerung in 2 Jahren…

    Heute hatten wir eine hammerharte Strecke vor uns. 325Meilen waren es bis zum Punderson State Park bei Cleveland! Also los! Passenderweise spielte der erste gefundene Radiosender Countrymusic, die Sonne schien und ich war frohen Mutes!



    Allerdings nur so die ersten 150Meilen. Dann begann die Strecke sich elend zu ziehen. Wir fuhren nur Interstate, was ziemlich langweilig war. Tempomat war anfangs noch auf 70mph später dann auf 75mph (Speed Limit: 65mph). Mehr traute ich mich nicht, wenn ich damit auch beinahe die langsamste war.

    Baldkonnte ich mich auch nicht mehr über die Ticket-Automaten an den Toll-Stadions amüsieren. Diese erkannten mein Fahrzeug als LKW (wegen dem hohen Aufbau) und schoben das Ticket aus den oberen Schlitzen heraus. Da die Fahrerkabine auch nicht höher liegt, als bei einem normalen PKW, musste ich mich ganz schön strecken, um überhaupt an das Ticket ranzukommen.

    Irgendwann wollte ich nur noch einen Kaffee. Aber von den in Indiana alle paar Meilen auftauchenden Service Area gab es in Ohio keine mehr! Irgendwann führ ich dann einfach eine Ausfahrt raus und stellte mich in einen Feldweg. Verpflegung und vor allem Kaffee hatten wir ja schließlich selbst an Bord.

    Aufregend wurde das Ganze dann zum Ende hin bei Cleveland. Alle paar Minuten piepste mein Navi, weil ich die Interstate oder die Fahrspur wechseln wechseln musste. Oder ich musste mal von ganz rechts nach ganz links, weil die Ausfahrt links war . Die anderen Verkehrsteilnehmer fuhren nicht mehr nur links an mir vorbei (inzwischen gilt auf den meisten Insterstates auch ein Rechtsfahrgebot), sondern auch rechts. Von den gewohnten definsiven Fahrverhalten im Südwesten war hier absolut nichts mehr zu sehen. Eher das Gegeteil war der Fall! Teilweise waren die Ausfahrtsbezeichnungen so lang, dass ich schon beinahe eine Lupe brauchte, um alles auf dem Display entziffern zu können (wie gesagt, das GPS spricht nicht).
    Eine dreiviertel Stunde kämpfte ich mich so durch den Ballungsraum Cleveland, bis wir wieder in ländlichere Gefilden ankamen und endlich gegen 3:30pm im Punderson State Park. Allerdings war es in Ohio bereits 4:30pm. Ich war fertig!

    Als erstes stellten wir fest, dass es total heiß war. Wir hatten immer noch die langen Shirts von Chicago an und hier war es mindestens 15°C wärmer. Diese konnten wir hier gegen kurze Hosen und T-Shirts wechseln! Herrlich!!!



    Der Punderson State Park war ein schöner, sehr grüner Park mit vielen Wanderwegen und einem kleinen See. Überall standen wunderschön blühende Buckeyetrees, dem Ohio State Tree, herum.







    Ursprünglich gehörte das Gebiet Samuel Punderson, der es 1808 besiedelte und Stück für Stück erschloss. Nach dem zweiten Weltkrieg ging er jedoch pleite und das Gebiet wurde von der ODNR Division of Wildlife übernommen.

    Viel los war mit mir heute nicht mehr. Das einzige was wir machten, war ein kurzer Spaziergang zur Waschmaschine (Marwin hatte einen ziemlichen Verschleiß an Hosen in den ersten beiden Tagen), ein wenig spielen, Hamburger grillen und das erste Gitarrenspielen am Lagerfeuer, bis unsere Freunde endlich gegen 9pm ankamen.

    Am Anfang hatten die Kids noch etwas Verständigungsschwierigkeiten. Doch dann sagte Marwin das magische Wort „Simpuliamus“ und schon rannten die drei mit Zauberstöcken bewaffnet über den inzwischen dunklen Campground. Es wurde spät bis wir schließlich im Bett waren.

    Gefahrene Meilen: 325mi
    Zeit unterwegs: ca. 7h h
    Toll: $20,87
    Campground: Punderson State Park
    Besonderheiten: Ticket-Automaten halten RV für einen Truck
    Best regards,
    Stefanie

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  13. #13
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    Samstag, 21. Mai 2011


    Mike ließ es sich nicht nehmen, auf seinem Campingkocher für uns alle Frühstück zu machen. Ich durfte ihm noch nicht einmal meine Spüle für den Abwasch anbieten, so freute er sich auf die zwei Tage Camping. Aber es war sehr lecker!



    Gegen 10am machten wir uns auf Richtung Cleveland. Ich musste einen ganzen Tag nicht Autofahren und fand‘s klasse! Erste Station war der Hafen von Cleveland. Dort steht auch das große Football Stadion der Cleveland Browns sowie die Rock’n Roll – Hall of Fame.










    Mir fielen die vielen Ehrendenkmäler für Soldaten oder Feuerwehmänner auf.





    Mike hatte extra für uns Baseballkarten für ein Spiel der Cleveland Indians gegen die Cincinnati Reds besorgt. Somit fuhren wir um die Mattagszeit zurück zum Baseballstadion, parkten das Auto und machten uns auf die Suche nach einem Restaurant. Wir landeten bei einem Mexikaner. Das Essen war echt lecker, aber was auf der Karte als Appetizer ausgeschrieben war, schafft ich noch nicht einmal als Hauptgericht.

    Während des Essens fühlte sich das Lokal mit immer mehr Baseballbegeisterten Menschen jeden Alters und Geschlecht, sowohl Anhänger der Indians als auch Anhänger der Reds. Und alle schienen zusammen gemütlich einen Bierchen zu trinken. Es wurde voller und voller. Und lauter und lauter. Die Feier ging schon jetzt los.

    Wir hatten tolle Sitzplätze. Nahe am Abschlag und ich genoss die Atmosphäre.





    Mir kam das ganze so vor, wie ein gigantisch großes Familienfest. Ganze Familien waren hier und dauernd gab es was zu essen: Hot dog, Eis, Nachos…..







    Lange Zeit erreichte keiner der Teams Punkte. Aber plötzlich im 7. Inning ging die Post ab. Und ab da wurde es dann auch richtig laut. Immer wenn die Reds am Schlag waren, forderte das Display die Zuschauer auf, viel Krach zu machen. Dem Wunsch wurde auch ganz schnell nachgekommen. Schon ein bisschen fies, oder ?

    Auch lernte ich, dass es beim Baseball keine Cheerleader gibt. Und gesungen wird nur 2 Mal: Am Anfang die Nationalhymne und, wenn der Gast das 7. Inning abgeschlossen hat, grölt das ganze Stadion „Take me out to the ball game“ (was alle wohl schon in der Grundschule lernen).

    Marwin begeisterte sich aber am meisten für die „Kuscheltiere“, wie er die Maskottchen in Ermangelung des Ausdrucks nannte.







    In der Punderson Lodge ließen wir den Abend noch bei einem sehr leckeren Abendessen und einer Flasche Wein gemütlich mit direktem Blick auf den See ausklingen.





    In der Lodge soll es spuken und bereitwillig erzählte uns die Bedienung auch einige Spuckgeschichten.



    Gefahrene Meilen: keine selbstgefahren
    Zeit unterwegs: ca. 12h
    Toll: keine
    Campground: Punderson State Park
    Besonderheiten: Tolle Atmosphäre in einem Baseball Stadion.
    Best regards,
    Stefanie

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  14. #14
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    Sonntag, 22. Mai 2011


    Leider regnete es, als wir aufwachten. Wir hatten am Vortag echt Glück mit dem Wetter, denn laut unseren Freunden waren Freitag und Samstag wirklich die ersten beiden Sonnentage in Ohio im Mai gewesen.
    Ich konnte Mike überreden heute das Frühstück im WoMo zuzubereiten. Begeistert war er nicht, aber auch seine Frau freute sich, dass sie im Trockenen frühstücken konnte.

    Da wir bei Regen nicht viel machen konnten und Mike und Beth auf der Rückfahrt sowieso noch Halt bei Freunden einlegen wollten, wurde ich kurzer Hand mit eingeladen und wir fuhren gleich nach dem Frühstück (also ca. 11am) dort hin.
    Ich fand mich in einer wunderschöner mit vielen Bäumen durchsetzten exklusiven Wohngegend wieder. Das Haus der Freunde war riesig und ich schon etwas beeindruckt. Ich wurde aber sofort sehr freundlich aufgenommen, und nach etwa 3 Stunden Small Talk und einigen Tipps für die Reise mehr im Gepäck machten Marwin und ich uns auf Richtung Niagara Fälle.

    Die Fahrt bis zur Kanadischen Grenze verlief ohne große Vorkommnisse. Marwin gönnte sich einen längeren Mittagsschlaf (wenn ich mich recht erinnere schlief er beinahe die gesamte Strecke über ) und auch die Sonne war gegen Mittag wieder herausgekommen.

    Mein GPS führte mich bei Buffalo von der Interstate 90 ab und direkt am Lake Erie entlang, so dass ich einige Blicke Richtung Buffalo, wo ja zu diesem Zeitpunkt ein sehr geschätztes Mitglied des Forums wohnte, werfen konnte. Was ich da aber sah, war nicht sehr ansprechend und sah sehr nach dreckiger Industriestadt aus. Yvonne bestätigte mir den ersten Eindruck am nächsten Tag.

    Um 18:45 schließlich erreichten wir die Grenze an der Peace Bridge und reihten uns in die ziemlich langen Autoschlangen ein. Laut Anzeigentafel hatten wir aber trotzdem den Grenzübergang mit den kürzesten Wartezeiten vor uns. Allerdings schien die Angabe von 10 Minuten nur ein Schätzwert zu sein. Denn tatsächlich dauerte es ein knappe halbe Stunde bis wir beim Grenzhäuschen ankamen.

    Ich reichte unsere Pässe raus, beantwortet die obligatorischen Fragen nach Aufenthaltsort – und dauer in Kanada. Und dann kam die Frage „Where ist the Daddy?“ Und da fiel es mir wieder wie Schuppen von den Augen. Richtig, ich hatte ja mal (so drei Monate vorher) gelesen, dass man, wenn man alleine mit Kind reist, sicherheitshalber eine Bestätigung vom anderen Elternteil mitnehmen sollte. Schi.......!

    Ich versuchte mir von meiner gerade gewonnenen Erkenntnis nichts anmerken zu lassen und erklärte der Dame in möglichst freundlichen, unschuldigen und nichtsahnenden Tonfall, dass er zu Hause in Deutschland auf beiden anderen schulpflichtigen Söhne aufpassen müsse. Die großen Brüder wären in meinem Pass eingetragen, wo sie sich von deren Existenz überzeugen könne. Die Grenzbeamtin nickte, verschwand in ihrem Häuschen und tippte einiges in ihren Computer ein. Dann wies sie mich an, weiter vorne auf dem Parkplatz anzuhalten und mit Marwin zusammen (!) in die Grenzstation zum Immigrationsschalter zu gehen. Sie erlaubte mir aber auch, seitlich vor den Parkbuchten zu halten, da ich ja so ein großes Fahrzeug hätte (war also sehr nett bei dem ganzen Prozess).

    Am Immigrationschalter wurde ich dann ebenfalls noch einmal nach Daddy gefragt, erzählte wieder die gleiche Geschichte und wir bekamen schließlich unsere Stempel für Kanada. Der gesamte Prozess dauerte 45 Minuten.

    Weitere 45 Minuten später waren wir dann schließlich in Niagara-on-the-lake. Hier wurde es dann doch noch mal spannend. Zwar führte mich das GPS zielsicher zum Hotel. Doch dessen Einfahrtebereich war so eng, dass ich selbst mit dem kleinen RV dort nicht reinfahren konnte. Es gabe aber an der Straße auch keinerlei Haltemöglichkeiten. Netterweise half mir der wohl indische Parkplatzwächter vom angrenzenden Applebees und zeigte mir den Weg zum hoteleigenen Parkplatz und wies mir dort sogar direkt ein Plätzchen zu. Mit den Worten „Tell them, that Mohamed helped you“ verabschiedete er sich.

    Wir packten das Boardcase mit ein paar Sachen und machten uns auf zum Hotel. Mit der Reservierung hatte alles geklappt. Wir bekamen tatsächlich ein Zimmer im 12. Stock (dieses war die höchstmögliche Etage für die gebuchte Kategorie) und es lag auch am Ende des Ganges, weit weg von den Aufzügen.
    Im Zimmer angekommen ging der erste Weg natürlich zu der riesigen Fensterfront. Und wir bestaunten die beiden Wasserfälle, die wir auf dem Weg noch nicht zu Gesicht bekommen hatten. Und genau für diesen Anblick hatten wir hier auf einen Campground verzichtet und hatten uns ins Hotel eingemietet





    Verwundert nahm ich war, dass man das Tosen der Wasserfälle noch deutlich durch die geschlossenen Fenster hören konnte.

    Da es um 10pm eine Feuerwerk geben sollte, beeilten wir uns noch schnell bei Applebees zu Abend zu essen(im Hotel lagen Rabatt-Gutscheine). Ich gönnte mir ein kanadisches Bier, welches mir der Kellner empfahl. Und dann genossen wir das Feuerwerk - schön gemütlich auf den Stühlen im Zimmer sitzend!







    Gefahrene Meilen: 230mi
    Zeit unterwegs: 8,25h
    Toll: $5,90 USA, $5,60 Kanada
    Unterkunft: Oaks – Overlooking the Falls
    Besonderheiten: „Where ist he Daddy?“
    Geändert von Vorfreude (21.02.14 um 16:57 Uhr)
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    Stefanie

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  15. #15
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    Montag, 23. Mai 2011


    Um 7:00am wach, gönnte ich mir erst einmal eine Tasse Kaffee und hinterließ per Internet noch mal einige Infos für die daheimgebliebenen . Ich hatte mit Yvonne ausgemacht, dass wir uns auf der amerikanischen Seite um 11:00am treffen wollten. Frühstück wollte ich unterwegs bei Starbucks holen.

    Leider verulgte mich mein GPS dieses Mal. Dort wo laut GPS ein Starbucks sein sollte, war keiner. So irrten wir erst einmal eine Weile die Strasse auf und ab, bis ich dann endlich mal fragte. Und was kam dabei raus? Mehr oder weniger direkt neben dem Hotel war einer – versteckt im Basementbereich eines anderen Hotels.

    Mit Kaffee, cold "Hot Chocolate" und zwei Muffins bewaffnet machten wir uns auf den Weg. Erst mit der kleinen Bahn runter zum Visitor Center. Dabei fing es leider an zu regnen und wurde bald zu einem kleinen, aber kurzen Wolkenbruch. Diesen warteten wir im Visitor Center ab. Dann ging es mit dem Busshuttle bis zur Rainbow Bridge, zu Fuß über die Brücke (was von der kanadischen Seite 50ct kostete, von der amerikanischen Seite allerdings nichts …), wieder rein in die USA. Am Eingang zur „Maid-of-the-mist“ Tour trafen wir Yvonne.

    Als erstes ging es auf den Observation Tower und wir schossen ein paar Bilder.



    Leider war der Himmel sehr bewölkt. Dann kam noch ein garstiger Wind dazu. Wir waren nicht in der Lage die blauen Regencaps ohne Hilfe anzuziehen, da der Wind sie so sehr umher wehte.





    Es war nicht viel los und so konnten wir auch schon mit dem ersten Boot mitfahren.

    Die Bootsfahrt war toll. Erst von hier unten hatte man eine Vorstellung wie hoch die Fälle tatsächlich waren. Gemütlich tuckerten wir an den amerikanischen Fällen vorbei.





    Bei den kanadischen Fällen wurde es deutlich unangenehmer.



    Der Wind wehte die Gischt so uns entgegen, dass wir das Feeling hatten, direkt unter der Dusche zu stehen. Allerdings unter einer ziemlich kalten Dusche. Und für Marwin war der Spaß hier vorbei. „Ich will nach Hause! Ich will zu meinem Papa!“, war das einzige, was er noch von sich gab. Ich konnte mich nur noch als lebende Wand vor ihn stellen, um das meiste abzuhalten. Mit Fotos machen war da gar nichts mehr. Abgesehen davon, war meine Objektivfront inzwischen auch so nass, dass es gar keinen Sinn mehr machte. Ein paar Beweisfotos schoss ich noch, dann war Schluß.



    Endlich drehte das Schiff wieder um und Marwin hörte auch mit dem Meckern auf. War aber ziemlich schnell wieder von dem Boot runter. Den restlichen Tag war er auch leider nicht mehr dazu zu bewegen, hinter die Fälle zu schauen, noch ein anderes „Abenteuer“ an den Fällen zu besuchen.

    So haben wir den restlichen Tag mit Ausruhen, viel Schwätzen und Fotografieren verbracht.







    Glücklicherweise verschwanden die Wolken auch bis zum Nachmittag, so dass wir noch richtig schönes Licht bekamen.






    Wieder zurück auf der kanadischen Seite kamen wir noch zu einem richtigen Highlight!







    Wir hatten beschlossen, das Abendessen selbst zu machen auf dem Zimmer. Somit führte unser Weg erst noch mal am RV vorbei. Marwin bestand auch auf seinen Toaster. Also schmuggelten wir nicht nur Brot, Butter, Käse, Wurst und Getränke in das Hotelzimmer, sondern auch einen Toaster, getarnt unter den Schwimmsachen. Denn Marwin wollte unbedingt schwimmen gehen.

    Der angeblich „heated Pool“ war aber dermaßen kalt, dass ich um nichts in der Welt da rein getraut habe. Dafür hielt der „Hot Tube“ was sein Name versprach. Der war aber Marwin zu heiß. Fazit war: Marwin hatte den gesamten Pool für sich, und ich den Hot Tube für mich alleine.

    Das Abendbrot auf dem Zimmer mit Blick auf die Fälle war der krönende Abschluss dieses tollen Tages.



    Leider war Marwin so müde, dass er beim Beginn des Feuerwerks (da heute Victoria Day war, gab es ausnahmsweise auch montags ein Feuerwerk) bereits tief und fest schlief. Ich genoss das Feuerwerk dieses Mal ohne Kameralinse vor den Augen.




    Eigentlich wollte ich danach noch etwas gemütlich Fernseh schauen. Dies wurde aber sehr aufregend, denn dauernd wurden die Sendungen unterbrochen, da für die Stateline Pennsylvania-New York eine Tornadowarnung durchgegeben wurde. Genau auf Höhe der Strecke, welche ich am Vortag gefahren bin (für meine Begriffe also ziemlich nah). Außerdem kam dann kurze Zeit später noch eine T-Storm-Warnung für Buffalo und Umgebung durch. Statt gemütlich im Bett zu liegen, tigerte ich durch's Zimmer und schaute immer wieder aus dem Fenster. Es dauerte einige Zeit, bis ich endlich die nötige Bettschwere hatte…

    Gefahrene Meilen: keine
    Zeit unterwegs: ca. 9h
    Toll: $0,50 Rainbowbridge (aber von der kanadischen Seite aus)
    Unterkunft: Oaks – Overlooking the Falls
    Besonderheiten: T-Storm Warnung und erste –für mich- sehr nahe Tornado Warnung
    Best regards,
    Stefanie

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  16. #16
    Kanadier Avatar von Kali
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    Hallo Steffi,
    und unter dem Waschtisch
    soviel zu den Sicherheitsbestimmungen. Nen Rauchmelder der schon beim anschalten der Kaffeemaschine verrückt spielt, auf der anderen Seite Steckdosen im "Feuchtbiotop".
    Gruß Kali

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  17. #17
    Fotografin+Arch-Liebhaber Avatar von Vorfreude
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    Zitat Zitat von Kali Beitrag anzeigen
    Hallo Steffi,

    soviel zu den Sicherheitsbestimmungen. Nen Rauchmelder der schon beim anschalten der Kaffeemaschine verrückt spielt, auf der anderen Seite Steckdosen im "Feuchtbiotop".
    Ja, gell....
    Aber weil dem Ingenieur nix zu schwör ist, habe ich es ja fachmännisch gelöst, oder (Allerdings war es der Toaster..)
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    Stefanie

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  18. #18
    Kanadier Avatar von Kali
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    Hallo Steffi,
    (Allerdings war es der Toaster..)
    ja ich weiss, bei euch war´s der Toaster, bei uns die Kaffeemaschine.
    Gruß Kali

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  19. #19
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    Na, die Reisegruppe ist ja noch sehr überschaubar...
    Ich mache aber trotzdem erst einmal weiter:

    Dienstag, 24. Mai 2011

    Gefrühstückt wurde wieder im „Chez Marwin“. Mit Kakao und Kaffee von Starbucks machten wir uns danach auf den Weg. Diesmal ging es direkt über die Rainbowbridge.

    An der US-amerikanischen Grenze kam dann erst einmal wieder die Frage nach Daddy. Ich erzählte das gleiche, wie 2 Tage zuvor. Dann wollte die Beamtin wissen, wo Marwin denn sei. Ich antwortete Ihr, dass er hinten im RV säße und fragte, ob ich ihn holen solle. Nein, sie käme zu uns rein! Außerdem wollte sie noch wissen, was ich von Beruf bin und was ich in den USA machen wolle. Was ich natüric sofort und weiterhin freundlich beantwotete .

    Zur genauen Vorstellung der ganzen Aktion: Die Durchfahrten zwischen den einzelnen Grenzhäuschen waren gerade so breit, dass ich mit dem RV durch kam. Trotzdem lies es sich die Beamtin nicht nehmen, sich durch die hintere Tür zu zwängen und sich Marwin genau anzuschauen - der saß am Tisch und spielte Nintendo. Sie fragte ihn: „How are you“. Natürlich musste ich übersetzen, aber dabei schaute sie sehr genau, ob Marwin einen zufriedenen und glücklichen Eindruck machte.

    Ich will gar nicht wissen, was passiert wäre, wenn ich kurz vorher mit Marwin Streit gehabt hätte….

    Fertig waren wir aber immer noch nicht. Ein weiterer Beamter kam hinzu, diskutierte kurz mit ihr und kam dann selbst zu mir an die Fahrerseite. Ob ich Obst oder Gemüse dabei hätte? Na sicher, Obst war im Kühlschrank. Hatte ich in USA gekauft. Ob ich die Quittung noch hätte. Nein! Ich solle ihm das Obst zeigen. OK, ich holte also die Trauben, Bananen und einen Apfel. Auf den Bananen und dem Apfel war wohl eine Kennnummer auf dem Etikett, die die Herkunft aus USA bestätigte. Die Trauben kamen aus Chile. Die müsse er behalten. OK, kein Problem

    Endlich, endlich durfte ich wieder in die USA einreisen. Der ganze Aufenthalt (mit Wartezeit) dauerte eine knappe halbe Stunde. Was ein Akt….

    Die Fahrt führte mich erst einmal wieder über die Interstate. Ich amüsierte mich über den Slogan „Click it, or ticket“, der überall an der Interstates angebracht war und auch über Radio gesendet wurde. Nachdruck verlieh der Satz „It’s a state law“. Also auch die Amerikaner müssen sich jetzt anschnallen.

    Die Finger Lakes Region ist sehr schön. Kleine Orte erstrecken sich an den Seen und regelmäßig trifft man auf Weingüter. Hier kann man gut einen ganzen Urlaub verbringen.

    Gegen 3pm waren wir dann schließlich beim Robert H Treman State Park. Direkt am Visitor Center huschte ein Fuchs vorbei. Das war echt mein erster Fuchs den ich live zu Gesicht bekommen habe. Natürlich lag die Kamera aber im Auto.

    Marwin durfte sich dann erst einmal am Spielplatz austoben, während ich mit meinen anderen Männern telefonierte. Schließlich musste die Story vom Morgen gleich berichtet werden



    Danach machten wir einen kleinen Spaziergang zum Wasserfall. Nachdem ich Marwin versprach, dass er mir später noch bei wichtigen Bildern helfen durfte, gab er mir ein wenig Zeit zum Fotografieren des Wasserfalls.





    Und es machte Marwin dann natürlich richtig Spaß, Steine ins Wasser zu werfen.





    Den Abend verbrachten wir gemütlich am Lagerfeuer und mit Singen von Liedern. Außerdem wurde an diesem Tag ein neues Ritual geboren: Vor dem Schlafen spielten wir Zwei drei Runden UNO.

    Gefahrene Meilen: 171mi
    Zeit unterwegs: 5h
    Toll: $10,70
    Campground: Robert H Treman State Park
    Besonderheiten: muss ich dazu noch was sagen?
    Best regards,
    Stefanie

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  20. #20
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