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Thema: aMAZ(E)ing Canyonlands 2018

  1. #161
    Slot Canyon Addict Avatar von Ilona
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    24.04.18 – Cedar City -> Salt Lake City

    Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten

    Salt Lake City

    Das Frühstück im Abbey Inn ist richtig urig. Die haben ein kleines Häuschen neben dem Motel, das nur als Frühstücksrestaurant genutzt wird. Zwei Frauen bereiten in der offenen Küche alles frisch zu und man kann sich am Büffet bedienen. In dem Motel sorgt man sich hier sehr ums Wohl der Gäste.

    Ein langes Stück Weg bis Salt Lake City lag vor uns. Unterwegs kehrten wir zur Mittagszeit in einem Olive Garden ein. Selbst zum Mittagsmenü werden die großen Salatschüsseln samt Breadsticks aufgetischt. Einfach sehr lecker .

    Am frühen Nachmittag erreichten wir das Crystal Inn Hotel am Rande der Innenstadt von Salt Lake City. Wir hätten nicht erwartet, dass wir schon einchecken dürfen, doch das war kein Problem.

    An der Rezeption ließen wir uns die Richtung zur Trax, der Straßenbahn, zeigen und machten uns auf den Weg.

    Drei Blocks weiter ist die Haltestelle.



    Die Fahrt mit der Tram ist im Innenstadtbereich kostenlos. Vier Stationen weiter stiegen wir am Temple Square aus.



    Das schönste und wichtigste Gebäude der Mormonen ist wohl der Salt Lake Temple, zu dem Andersgläubige keinen Zutritt haben.



    Dafür darf man in das angrenzende Joseph Smith Memorial Building,



    das 1995 umgebaut wurde und früher einmal das Hotel Utah war. Heute befinden sich u. a. darin das FamilySearch™ Center sowie im 10. Stock zwei Restaurants.

    Kaum hatten wir das imposante Gebäude betreten,



    kamen sofort zwei Damen herbei, die uns unbedingt zur Familiensuche lotsen wollten. Als ich Ihnen sagte, dass wir bereits wissen, dass unsere beiden Stammbäume nicht verzeichnet sind, gaben sie auf.

    Wir wollten nur mit dem Lift nach oben



    und einen Blick nach unten auf die Umgebung werfen.





    An das Memorial Building angrenzend befindet sich das Lion Haus (erbaut 1854).



    Einst war dies das Haus von Brigham Young und nun befindet sich ein Restaurant darin.

    Für den Polygamist wurde das Haus schnell zu klein und deshalb wurde 1856 daneben das Beehive House gebaut,



    welches dann die offizielle Residenz von Brigham Young war.

    Wir wollten das Haus von innen sehen und wurden von zwei jungen Missionarinnen aufs Herzlichste begrüßt. Sie wollten uns sogar eine deutsche Glaubensschwester an die Seite stellen, doch die hatte schon Feierabend. Dafür führten uns eine Amerikanerin und ein junges Mädchen aus Kiribati (wir mussten auch erst einmal guugeln ) durchs Haus.

    Was für ein heißer Ofen .



    Das Schlafzimmer der First Lady .



    Des Hausherrn Schlafgemach,



    die gute Stube



    und das Esszimmer.



    Das Treppenhaus



    mit einem besonderen Treppenknauf – dem Bienenstock (Utah = the Beehive State).



    Durch bienenhaften Fleiß, mit dessen Hilfe Wohlstand als göttliche Belohnung für Rechtschaffenheit angesehen wird, erwarben sich die Mitglieder weltweite Anerkennung. Sie verfügen heutzutage über viel Macht und Geld.

    Die Besichtigung war ganz interessant und wir wurden auch hier nicht missioniert.

    Wir setzten unseren Rundgang im Temple Square fort. Vorbei am Hauptquartier der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage



    steuerten wir das Tabernacle an. Hier also singt der berühmte Chor.





    Zum Capitol wollten wir auch noch, aber ich lahmte schon wieder. Da entdeckte ich eine Bushaltestelle. Es dauerte nicht lange bis der Gratisbus kam und wir als einzige Passagiere zustiegen. Das ging ganz schön den Berg hinauf und ich war um den Fahrdienst froh.



    Am Eingang standen zwar zwei Security Leute, doch es wurden nicht mal die Taschen kontrolliert. Sie drückten uns eine Broschüre in die Hand und wir durften uns im Gebäude frei bewegen.





    Eine Ausstellung über die in Utah gedrehten Filme.





    Zum Gedenken an den Franziskaner Pater Escalante, der 1776 durch Utah reiste.



    Über die breite Treppe



    liefen wir in die Stadt hinunter. Bergab schmerzte mein Bein nämlich nicht.

    Downtown schauten wir uns die teuren Läden der Mall an



    und gingen, vorbei an den historischen Gebäuden,







    in Richtung Hotel zurück.

    Ein paar Blocks außerhalb der Innenstadt trifft man auf sehr viele Obdachlose. Das ist uns schon vor zwei Jahren aufgefallen. Sie wurden an die Randzonen verbannt, damit die Innenstadt "sauber" bleibt. Tja, wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.

    Wir hätten nie geglaubt, dass wir an einem halben Tag so viel von Salt Lake City sehen. Obwohl wir keine Großstadtfans sind, gefiel uns das ruhige Städtchen sehr.

    Zum Abendessen gingen wir nur auf einen kleinen Burger zu Wendy’s, denn großen Hunger hatten wir nach dem Mittagessen im Olive Garden nicht.

    Übernachtung: Crystal Inn, Salt Lake City

    Link zur Map

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    Geändert von Ilona (08.08.18 um 15:34 Uhr)
    Liebe Grüße

    Ilona

    "Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


  2. #162
    FC-Aarau-Fan Avatar von man-of-aran
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    Interessant, dass du die Mormonen auch nicht als sooo missionarisch empfunden hast. Ging uns in SLC ebenso. Sie gaben uns noch eine Karte mit, um unsere Adresse zu registrieren - hätten wir die Karte abgegeben, wäre dann wohl zuhause mal Besuch eingetroffen. Aber sie waren trotz meinem "nein" sehr entgegenkommend. Wir hatten ja auf einem Campground übernachtet - da hatte es einen Shuttle der Mormonen, der uns kostenfrei in die Innenstadt und zurück brachte.



  3. #163
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    Also ich muss schon sagen, das Städtchen gefällt mir sehr gut. Sehr grün dort.
    Danke für diesen intensiven Einblick!
    Best regards,
    Stefanie

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    Formen und Farben des Südwesten (2011 - In 6 Wochen von Las Vegas über Yellowstone NP nach Denver)
    Die Canyon-Abenteuer-Tour (2014 )
    Flexibel durch den (Süd-)Westen (2016, LA - LV - Yellowstone - Denver)



    "Nur, wo Du zu Fuß warst, bist Du auch wirklich gewesen" (J. W. v. Goethe)
















  4. #164
    Amerika-Virus infiziert Avatar von pietja
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    Schönes Städtchen, gefällt mir gut. Ihr habt da eine echt ausführliche Tour unterbekommen, Respekt.

    Unser ausführlichster Kontakt zu Mormonen war 2016 im Zion mit einem sehr zuvorkommenden jungen Mann und mir tat es wirklich leid, als wir aus dem Bus aussteigen und das Gespräch beenden müssten. Er hat uns erzählt, dass er als Missionar unterwegs war, aber mehr auch nicht.

  5. #165
    Slot Canyon Addict Avatar von Ilona
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    Zitat Zitat von man-of-aran Beitrag anzeigen
    Interessant, dass du die Mormonen auch nicht als sooo missionarisch empfunden hast. Ging uns in SLC ebenso. Sie gaben uns noch eine Karte mit, um unsere Adresse zu registrieren - hätten wir die Karte abgegeben, wäre dann wohl zuhause mal Besuch eingetroffen. Aber sie waren trotz meinem "nein" sehr entgegenkommend. Wir hatten ja auf einem Campground übernachtet - da hatte es einen Shuttle der Mormonen, der uns kostenfrei in die Innenstadt und zurück brachte.
    Hallo Ruedi,

    wir wurden vor ein paar Jahren in St. George ein bisschen missioniert, aber in SLC gar nicht.

    Aber toll, dass die sogar einen Shuttle anbieten . Was tut man nicht alles für den Seelenfang .

    Vor Jahren lag in Tropic in Clarke's Restaurant (mittlerweile heißt es Rustler oder so ähnlich) das Book of Mormon in deutscher Sprache kostenlos zum Mitnehmen aus.

    Ich habe mir natürlich eins mitgenommen, falls mir irgendwann als Rentnerin die Lektüre ausgeht .

    Zitat Zitat von Vorfreude Beitrag anzeigen
    Also ich muss schon sagen, das Städtchen gefällt mir sehr gut. Sehr grün dort.
    Danke für diesen intensiven Einblick!
    SLC und die Vororte sind sehr gepflegt. Man merkt dort gleich, dass das Geld nicht zu knapp ist.

    Zitat Zitat von pietja Beitrag anzeigen
    Schönes Städtchen, gefällt mir gut. Ihr habt da eine echt ausführliche Tour unterbekommen, Respekt.
    Die Tour war nur durchs Beehive House. Den Stadtrundgang haben wir uns schon im Vorfeld aus dem Internet herausgepickt.

    Es hätte noch viel mehr zum Anschauen gegeben, aber wir sind keine Museumsfans und nach 17 Uhr machen die so langsam alles dicht.

    Zitat Zitat von pietja Beitrag anzeigen
    Unser ausführlichster Kontakt zu Mormonen war 2016 im Zion mit einem sehr zuvorkommenden jungen Mann und mir tat es wirklich leid, als wir aus dem Bus aussteigen und das Gespräch beenden müssten. Er hat uns erzählt, dass er als Missionar unterwegs war, aber mehr auch nicht.
    Die jungen Männer werden 2 Jahre als Missionare ins Ausland geschickt, bei den jungen Frauen sind es nur 18 Monate. In dieser Zeit dürfen sie nur Weihnachten und am Muttertag zu Hause anrufen. Aufputschende Getränke wie Kaffee, Tee und Cola sind verboten. Da herrscht noch Zucht und Ordnung .

    Aber Spaß beiseite, die Leute sind wirklich sehr höflich und nett.
    Liebe Grüße

    Ilona

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  6. #166
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    Zitat Zitat von Ilona Beitrag anzeigen
    Vor Jahren lag in Tropic in Clarke's Restaurant (mittlerweile heißt es Rustler oder so ähnlich) das Book of Mormon in deutscher Sprache kostenlos zum Mitnehmen aus.

    Ich habe mir natürlich eins mitgenommen, falls mir irgendwann als Rentnerin die Lektüre ausgeht .
    Das ist mir gottseidank nicht in die Finger gekommen, sonst hätte ich noch ein Buch mehr in meinem unerschöpflichen Vorrat von gut 500 ungelesenen Büchern...



  7. #167
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    Hi Ilona

    so, bin auch wieder da. Bin ja immer etwas unterwegs

    wieder wunderschöne Bilder wo man nur staunen kann, was die Natur so hervorgebracht hat.

    und auf der Rückseite stand plötzlich diese Actionfigur vor mir
    .....tja liebe Ilona....ich als Star Wars Kind der ersten Stunde, weis natürlich wer das ist Boba Fett der Kopfgeldjäger.....mir ging gleich das Herz auf, als ich das Bild gesehen habe.....musst mal ''guugeln'' ob ich recht habe....ich weis drum nicht mehr, wie man das mit dem verlinken macht.....

    Salt Lake City hat uns auch sehr gut gefallen. Wir haben den gesamten Marathon mit Schwester Franz oder so..... mitgemacht. Wir fanden das sehr interessant, haben aber unsere Adresse auch nicht hinterlassen.

    zu dem Andersgläubige keinen Zutritt haben.
    und wenn mich nicht alles täuscht, dürfen die Mormonen auch erst rein, wenn sie auf der ganzen Welt zu Ende missioniert haben

    Ich bin weiter dabei....

    Viele Grüsse
    Monique

  8. #168
    Slot Canyon Addict Avatar von Ilona
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    Zitat Zitat von man-of-aran Beitrag anzeigen
    Das ist mir gottseidank nicht in die Finger gekommen, sonst hätte ich noch ein Buch mehr in meinem unerschöpflichen Vorrat von gut 500 ungelesenen Büchern...
    Dann wird's eng, Ruedi. Du weißt doch, im Ruhestand hat man noch weniger Zeit.

    Zitat Zitat von Rumba Beitrag anzeigen
    .....tja liebe Ilona....ich als Star Wars Kind der ersten Stunde, weis natürlich wer das ist Boba Fett der Kopfgeldjäger.....mir ging gleich das Herz auf, als ich das Bild gesehen habe.....musst mal ''guugeln'' ob ich recht habe....ich weis drum nicht mehr, wie man das mit dem verlinken macht.....

    Salt Lake City hat uns auch sehr gut gefallen. Wir haben den gesamten Marathon mit Schwester Franz oder so..... mitgemacht. Wir fanden das sehr interessant, haben aber unsere Adresse auch nicht hinterlassen.
    Trotz zwischenzeitlicher Abwesenheit bist du wie ein Boomerang und kommst immer wieder zurück, liebe Monique .

    Toll, du kennst dich mit Star Wars aus . In einem anderen Forum schrieb auch jemand was von Kopfgeldjäger.

    Nach unserer Adresse hat niemand gefragt, aber die hätten wir auch nicht herausgerückt. Ich bin schon froh, dass Jeh. Zeugen nicht mehr an der Türe klingeln.
    Liebe Grüße

    Ilona

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  9. #169
    Las Vegas for ever
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    [QUOTEbist du wie ein Boomerang und kommst immer wieder zurück, liebe Monique .][/QUOTE]

    Das ist lustig , liebe Ilona und sehr gut, dass Monique immer zurückkommt
    SL hatte ich auch schon mal als Ziel für mich ausgeguckt. Jetzt bin ich deutlich motivierter SL als Ziel für meinen jährlichen Ausflug von LAS zu wählen . Dieses Jahr ist es SF, wo ich bei der Hitze jetzt gerne wäre.

  10. #170
    Slot Canyon Addict Avatar von Ilona
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    Zitat Zitat von redo Beitrag anzeigen
    SL hatte ich auch schon mal als Ziel für mich ausgeguckt. Jetzt bin ich deutlich motivierter SL als Ziel für meinen jährlichen Ausflug von LAS zu wählen . Dieses Jahr ist es SF, wo ich bei der Hitze jetzt gerne wäre.
    Hi Renate,

    siehste, jetzt hast du schon ein Ziel für nächstes Jahr .

    SLC ist von der Größe her viel beschaulicher als SF und nur eine Flugstunde von LV entfernt.
    Liebe Grüße

    Ilona

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  11. #171
    Las Vegas for ever
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    SLC ist von der Größe her viel beschaulicher als SF und nur eine Flugstunde von LV entfernt.
    vielleicht sogar mit dem Auto für mich möglich . Schaue ich dann nächstes Jahr .

    Komisch, das Zitieren funktioniert nicht mehr !?( Ich nutze die Sprechblase und füge den Satz mittendrin ein )
    Geändert von Vorfreude (07.08.18 um 20:22 Uhr)

  12. #172
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    Zitat Zitat von redo Beitrag anzeigen
    Komisch, das Zitieren funktioniert nicht mehr !?( Ich nutze die Sprechblase und füge den Satz mittendrin ein )
    Also bei mir geht es noch...
    Best regards,
    Stefanie

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  13. #173
    Slot Canyon Addict Avatar von Ilona
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    25.04.18 – Salt Lake City -> Seattle

    Von beißwütigen Biestern, dem Abschied von Christine, der vergeigten Flugbuchung und dem Fahrstuhl des Grauens

    Antelope Island State Park

    Der Tag fing vielsprechend an und wir konnten beim leckeren Frühstück nicht im Geringsten ahnen, wie aufregend er verlaufen würde. Doch von Anfang an:

    Die Dame an der Rezeption hatte uns beim Einchecken darauf hingewiesen, dass wir keinesfalls aufs gute Frühstück verzichten sollen. Sie hatte recht, denn das Büffet war für amerikanische Verhältnisse sehr umfangreich und es gab richtiges Porzellangeschirr und Metallbesteck.

    Nach dem Auschecken fuhren wir einen Block weiter, denn da steht morgens ein Foodtruck, von dem sich die Obdachlosen ihr Frühstück abholen können. Wir hatten noch zwei Campingstühle und Kopfkissen abzugeben. Kaum hatten wir die Sachen aus dem Kofferraum geladen, nahm sie auch schon ein Afroamerikaner mit.

    Über die Interstate fuhren wir in nördliche Richtung und bogen kurz nach Layton auf den Antelope Drive ab. Die Strecke bis zum Kassenhäuschen am Anfang vom Damm



    zieht sich etwas.

    Da unser Flug erst am Nachmittag ging, wollten wir vormittags die größte Insel im Großen Salzsee erkunden.



    Anfangs war nur auf dem Navi rechts und links der Straße Wasser zu sehen,



    aber je näher wir der Insel kamen



    lag die gar nicht auf dem Trockenen.

    1893 wurden 12 Bisons auf die Insel gebracht und noch immer gibt es dort kleine Herden. Einige Frischwasserquellen machen dies möglich.



    Solch eine Landschaft hätten wir hier nicht erwartet.





    Sogar eine Pronghorn-Antilope zeigte sich. Nach diesen Springböcken wurde die Insel benannt.



    Mit so viel Wildlife hätten wir hier erst recht nicht gerechnet.

    Die Küstenstraße endet an der Fielding Garr Ranch.



    Fielding Garr siedelte 1848 auf der Insel an und gründete eine der größten Schafzuchtfarmen in den USA.

    Der Rundgang durch die Gebäude führte uns wieder zu einem Holzofen



    und durch die Werkstatt,



    in der heutzutage das Werkeln strikt verboten ist.



    Das war an diesem Vormittag unsere kleine Farm.



    Während ich noch etwas unsicher auf dem Traktor saß,



    reitete Heiko den Braunen aus



    und beherrschte perfekt den Lassowurf.



    Doch nun zum Wohngebäude.



    Die Küche,



    das Esszimmer,



    die gute Stube,



    das Schlafzimmer



    und im Nebengebäude das Zimmer der Schafshirten.



    Ich wunderte mich die ganze Zeit, dass mir seit wir auf der Insel sind, fürchterlich die Kopfhaut und die Ohren jucken . Da kam uns eine junge Rangerin mit so einem Moskitonetz auf dem Kopf entgegen. Ich fragte sie, wovor sie sich schützt. Es waren Biting Gnats, auch als Midges oder Gnitze bekannt. Doch nur die Weibchen der millimeterkleinen Mücke sind die fiesen Blutsauger. Sie kommen in Schwärmen und kriechen in alle Ritzen. Nichts wie schnell ins Auto zurück.

    Auf dem Rückweg sahen wir wieder Bisons.





    Im Nordwesten der Insel gibt es viele Campgrounds und schöne Strände. So schön die Aussicht auch ist, sobald ich kurz ausstieg oder das Fenster öffnete, wurde ich von den blutsaugenden Biestern angefallen.

    Das sind keine Regentropfen auf dem Bild, sondern Gnats, die gegen die Autoscheibe klatschten.





    Antelope Island ist auf jeden Fall einen Besuch wert und wandern kann man hier auch. Aber dann zu einer anderen Jahreszeit, wenn die Plagegeister nicht im Blutrausch sind.

    Um die Mittagszeit machten wir uns auf den Rückweg nach Salt Lake City. In der Umgebung vom Flughafen fanden wir nur ein Diner. Wir bestellten uns Burger, die jedoch fürchterlich geschmeckt haben. Eigentlich hatten wir auch keinen Appetit, denn der Abschied von Christine stand bevor. Noch einmal befüllten wir ihren Tank und dann fuhren wir sie zu Rugged Rental zurück. 2151 Meilen war sie uns eine zuverlässige Begleiterin auf guten wie auf bösen Straßen. Wir hatten sie ohne Schramme zurückgebracht. Ich erzählte dem Manager, dass das kein gewöhnlicher Jeep ist, sondern wie es zu dem Namen Christine kam. Er versprach, dass er einen Aufkleber mit ihrem Namen anbringen würde.

    Dann war der Zeitpunkt des Abschieds gekommen. Unser Gepäck war zwischenzeitlich in einen Van verladen und es blieb keine Zeit, um sentimental zu werden. Ein Mitarbeiter fuhr uns zum Flughafen.

    Wir steuerten den einzigen offenen Schalter der Alaska Airlines an und ich legte der Dame meine Buchungsbestätigung vor. Die hochschwangere Angestellte tippte lustlos auf dem Computer herum und fand unsere Buchung nicht. Ich dachte, ich flippe aus. Da hatte ich alles schwarz auf weiß ausgedruckt und im System war nichts zu finden. Unsere reservierten Plätze waren belegt und wir konnten froh sein, dass wir nach dem Herbeirufen ihrer Vorgesetzten überhaupt mitfliegen konnten. Das auch nur, weil noch ein paar Plätze ganz hinten im Flieger frei waren.

    Wenigstens verlief der Flug ruhig und kurz vor der Landung hatten wir einen schönen Blick auf den Mt. Rainier.



    In Seattle angekommen versuchte ich mir zu orientieren, denn der Flughafen ist sehr unübersichtlich. Da hilft nur durchfragen. Aber erst der zweite Flughafenangestellte konnte mir erklären, wo die Hotelshuttlebusse abfahren.

    Im Fairfield Inn war wenigstens die Reservierung im System, aber die Mitarbeiterin wollte uns ein Zimmer im EG geben, weil sie ausgebucht waren. Das lehnte ich ab, denn immerhin hatte ich zwei Nächte gebucht. Meine Nerven lagen schon seit der Geschichte mit der Alaska Airlines blank und jetzt noch dies. Der Manager, Mr. S. nahm sich der Sache an und siehe da, plötzlich stand uns ein Zimmer im 4. Stock zur Verfügung. Na, geht doch!

    Wir brachten unsere Koffer ins Zimmer und wollten noch etwas essen gehen und bis zum nächsten Restaurant sind es 800 m.

    Es war 19 Uhr als wir in den Aufzug stiegen. Der Aufzug fuhr ins EG, doch die Türe ging nicht auf. Wir warteten und drückten auf den Türöffner. Nichts geschah. Wir drückten auf die anderen Knöpfe. Wieder nichts. OK, dann eben auf den Rufknopf. Noch immer nichts. Puuh, dann auf den Sprechknopf. Noch immer nichts. Auweia. Ich hämmerte gegen die Türe und schrie "HELP". Heiko drückte wieder auf die Knöpfe. Nichts. Dann plötzlich die Rezeptionistin aus dem Lautsprecher: "May I help you?" Ja klar, die Aufzugstüre geht nicht auf. "Oh, I’m so sorry" kam es zurück "please wait". Ja, du drolliges Schneckle, wo sollen wir denn hin.

    Mittlerweile wurde es immer heißer und stickiger im Lift. Wir hatten außer dem Becher Cola im Flugzeug seit längerem nichts mehr getrunken und waren dementsprechend durstig. Heiko drückte noch einmal auf den Knöpfen herum und auf einmal setzte sich der Lift in Bewegung. Er stoppte im 1. Stock. Mir wurde ganz schlecht, denn der Horror wäre , wenn die Kabine zwischen zwei Stockwerken feststeckt..

    Der Manager tönte nun durch den Lautsprecher, dass wir Ruhe bewahren sollen, denn der Techniker wäre schon unterwegs. Es könnte allerdings etwas dauern. Kein Problem, es ist nur heiß und stickig hier drin, außerdem haben wir Durst. Plötzlich setzte sich der Lift wieder in Bewegung und fuhr nochmals ins EG hinunter. Der Manager sagte, wir sollen den Türöffner betätigen. Das machten wir, aber der Knopf reagierte nicht. Nun wollte er einen zweiten Restart versuchen. 3 Minuten später ging die Türe in Zeitlupe auf. Was tat die kühle Luft gut.
    Mr. S. war unser Held. Ich sagte ihm, dass das nur passiert ist, weil ich so zickig auf ein Zimmer in der obersten Etage bestanden hatte. Das mache ich nie wieder . Er lachte und wir waren alle happy, dass die Befreiungsaktion relativ schnell geglückt ist.

    Da wir Essen gehen wollten, bot uns Mr. S. an, dass er von einem Lieferdienst was bringen lässt. Doch uns war der Appetit vergangen. Wir hatten nur Durst und baten ihn um ein paar Flaschen Wasser. Bevor wir in Richtung Treppenhaus gingen, fragte ich ihn noch, ob wir dafür einen Nachlass auf den Zimmerpreis bekommen. Er wollte dies mit seinem Boss besprechen und uns Bescheid geben. Wir waren kaum im Zimmer, schon klingelte das Telefon. Das Management erließ uns den Preis für eine Übernachtung. Na, da haben sich die 30 Minuten im Lift wenigstens gelohnt .

    Tja, da hatte mich mein Liftfluch nach Jahren wieder eingeholt. Es gab eine Zeit, da blieben einige Aufzüge, in die ich stieg, einfach so stecken. Nach 20 Jahren war dies nun wieder passiert.

    Was für ein Tag! Den hätte ich am liebsten aus dem Kalender gestrichen.

    Übernachtung: Fairfield Inn, Seattle Airport

    Link zur Map

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    Geändert von Ilona (12.08.18 um 15:57 Uhr)
    Liebe Grüße

    Ilona

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  14. #174
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    Oh schade, ich habe 2016 Antilope Island ausgelassen, weil sich mein Mann so beeilt hatte von Denver nach SLC zu kommen, um uns zu treffen. Und nun sehe ich, dass sich der Besuch doch sehr gelohnt hätte.

    Das war aber tatsächlich ein reichlich aufregender Tag. Hoffentlich habt Ihr danach gut geschlafen.
    Best regards,
    Stefanie

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  15. #175
    Slot Canyon Addict Avatar von Ilona
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    Zitat Zitat von Vorfreude Beitrag anzeigen
    Oh schade, ich habe 2016 Antilope Island ausgelassen, weil sich mein Mann so beeilt hatte von Denver nach SLC zu kommen, um uns zu treffen. Und nun sehe ich, dass sich der Besuch doch sehr gelohnt hätte.
    Oh ja, da habt ihr was verpasst und je nach Jahreszeit gibt es auch keine Gnats.

    Zitat Zitat von Vorfreude Beitrag anzeigen
    Das war aber tatsächlich ein reichlich aufregender Tag. Hoffentlich habt Ihr danach gut geschlafen.
    Und wie, nach den Aufregungen .
    Liebe Grüße

    Ilona

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  16. #176
    FC-Aarau-Fan Avatar von man-of-aran
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    Da beginnt der Tag so gut und dann schlägt plötzlich Mr. Murphy zu...

    Immerhin wart ihr nicht sleepless in Seattle. Hatte was von "Alaska" gelesen und dachte schon - eine neue Gegend für unser Forum, oder hatte es schon einen Alaska-Bericht hier drin?



  17. #177
    Las Vegas for ever
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    Na, so einen letzten Tag braucht man nicht. Im Aufzug steckenbleiben ist horrible.
    Flugbestätigungen , Hotel- , Mietwagenbuchungen etc. drucke ich auch immer aus.

  18. #178
    Swiss Lady Avatar von Rumba
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    Oh ja, Antilope Island ist wirklich schön. Die Bisons haben wir auch gesehen, aber keine Antilopen.

    Mietwagen Abgabe ist auch für uns immer ein wehmütiger Moment. Wir verabschieden uns immer von unserem fahrbaren Untersatz und tätscheln ihn, in der Hoffnung, das uns niemand zuschaut

    Boahh keine Buchung bei der Airline. Das ist uns mal mit Air Berlin passiert. Wir hatten den ausgedruckten Zettel und die sagten ...... nö keine Reservierung. Sehr geil......Die SWISS nahm uns dann gnädigerweise mit gegen ein entsprechendes Entgelt Nach 2 jährigem Kampf haben wir das Geld dann von AB wieder zurück bekommen. Seit diesem Tag war AB für mich gestorben.

    Seattle....wie schön. Dort hat es mir super gefallen und ich bin gespannt, was ihr noch erlebt habt.

    Die Liftstory darf ich Dieter gar nicht erzählen.
    Ausser wenn wir Koffer dabei haben, läuft Dieter immer. Egal wie viele Stockwerke es sind. In Lhasa musste ich die Koffer 3 Stockwerke runterschleppen, weil er Angst hatte, dass wir stecken bleiben und den Flieger verpassen.

    Schade ist die Reise schon bald vorbei......

    Viele Grüsse
    Monique

  19. #179
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    Kann ja nicht wahr sein mit der Airline. Ich frag mich ja dann, was denken die denn wo man den Ausdruck her hat? Da kann man doch nicht sagen "finde ich nicht" und man hat Pech gehabt.
    Gleiches gilt fürs Hotel ( da durfte dann wahrscheinlich jemand anderes auf die 4. Etage verzichten - Hauptsache erst mal keinen Ärger mit den Gästen die vor einem stehen).

    @Monique
    Hey ich wusste ja gar nichts von Dieters Phobie . Was macht er denn bei einem Zimmer weit oben? Läuft er da auch ?

    Lg
    Michaela
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  20. #180
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    Was macht er denn bei einem Zimmer weit oben? Läuft er da auch ?
    notgedrungen liebe Örni fährt er dann.....notgedrungen. Er vermeidet Lifte wo es nur geht.....egal ob in Warenhäusern, Parkhäusern oder Hotels.....auch wenn es manchmal einen Umweg bedeutet. Phobie ist vielleicht etwas zu krass ausgedrückt......er machts eben nicht gern

    Viele Grüsse
    Monique

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